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Bericht vom 20.07.2006

Edinburgh Youth Orchestra im Stadeum

Zu Gast beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival

Jutta de Vries

Also, Stade ist in der Festival-Welt eine Top Adresse:

Beim  Gastspiel des Edinburgh Youth Orchestra im Stadeum liest man mit Stolz die vorangegangenen Stationen der großen Deutschland-Tournee dieses jungen, hoch gelobten Klangkörpers. Da steht neben dem Berliner Dom, dem Dresdner Semperoper-Platz und dem Leipziger Gewandhaus auch der Stader Musentempel! Im Rahmen des Schleswig Holstein Musik Festival kann Schottlands Nationalstolz hier gastieren, und trotz Ferienbeginn und tropischen Temperaturen ist das Publikumsinteresse beachtlich.

 

Die 13 – 21jährigen begeistern denn auch mit viel Enthusiasmus, Schwung, guter Laune und viel Musizierfreude – das ist es ja, was an Jugendorchestern so fasziniert.

Und das macht die Arbeit für Dirigenten wohl auch so lohnend. Garry Walker hat hier sichtlich Freude und herzlichen, wenn auch stringenten Kontakt mit seinem 100köpfigen Ensemble.

Unverbraucht und spontan kam Brahms’ 4. Sinfonie, ein ausladendes Werk mit teutonischer Bedeutungsschwere, die von den Jugendlichen noch nicht durchleuchtet werden konnte.

Dagegen war das 1. Violinkonzert von Felix Mendelssohn-Bartholdy ganzheitlich erfahren und durchgearbeitet. Schlicht, mit schwingenden Tempi und spannungsreich begleitete das Orchester die blutjunge, in Schottland geborene Geigerin Nicola Benedetti. Sicher, selbstbewusst und intensiv, so bietet die erst Neunzehnjährige – aber bereits mit vielen Auszeichnungen Belohnte -  ihre durchaus schlüssige Interpretation an. Die jugendliche Herbheit des schön timbrierten Klangbildes tut der romantischen Ikone durchaus gut.

Vollends entfesselt zeigte das Orchester seine technischen Fähigkeiten bei den Zugaben , schottischen Highlanders vom feinsten musikalischen Spaß – ganz genau so wie sie den Abend begonnen hatten: mit den langsam sich entfesselnden programmatischen Ton- und Klangkaskaden in Malcom Arnolds Ouvertüre Tam o’Shanter von 1955, in der eine schottische Gruselmär zu Klang wird.

Jugendlich, erfrischend, eruptiv: so war denn auch der frenetische Beifall, der von der Bühne aus ins freudige Publikum überfloß.

 

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