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Bericht vom 03.08.2013

Sommerliche Musiktage Hitzacker 2013 Freitag, 2. August

Kammerkonzert TRAUMHAFT

Jutta de Vries

Sommerliche Musiktage 2013 Freitag, 2. August


Kammerkonzert Traumhaft


Traumhaft und singulär, wie die später am Abend verschwenderisch funkelnde Sternennacht, das könnte die knappe Zusammenfassung des Konzerts vom Freitag sein. Auf dem Podium traf sich eine globale Elite der  Kammermusik, die selbst für Hitzacker sensationell ist und auf die alle hin gefiebert hatten: vor ausverkauftem Haus spielten Festival-Intendantin Carolin Widmann, Violine, ihr Bruder Jörg Widmann, Komponist und Klarinettist gemeinsam mit dem langjährig befreundeten Weltklasse Pianisten András Schiff, und die große Freude seltener Zusammenarbeit stand allen dreien ins Gesicht geschrieben. So begeistert, emotional hoch gestimmt und mit allen Sinnen präsent können Musiker in glücklichen Stunden musizieren, und dieses Glück überträgt sich so auf das Publikum: – in der Hörerakademie über die neuropsychologischen Zusammenhänge des musikalischen Glücks haben wir ja gelernt, woher dieses äußerst seltene Schweben und Mitschwingen kommt – es müssen, wie an diesem Abend, Milliarden von Bausteinchen zusammen passen.
Tosenden, lang anhaltenden Applaus  und Begeisterungsstürme gab es daher am Ende des Konzerts wie in den berühmten Sälen von Wien, München oder New York.


Die Werkwahl kreist um den späten Brahms und Werke von Schumann, gerecht verteilt die Besetzungen: die Klarinetten-Sonate Nr. 1 von Brahms wird gefolgt von den  „Papillons“ für Klavier solo des frühen Schumann,  nach dessen 1. Violinsonate a-moll  stehen Brahms op.117, die komplizierten Traumstücken gleich für Pianisten besonders attraktiv sind. Und als  Trio setzen die Drei mit Béla Bartóks „Kontraste SZ 111“ von 1939 ein  Ausrufezeichen zum Beschluß.


Getragen wird die interpretatorische Übereinstimmung auf der Basis höchster technischer Perfektion von einer Artikulation, die ein weites Klangpanorama öffnet  - wie schwebt der Klarinettenton auf dem Atem, wie brillant und haptisch ist noch der flüchtigste Geigenton, wie farbig erglänzt der Klavierklang durch einen Anschlag, der fast ohne äußere Körperbewegung gleichsam aus der inneren Konzentration entsteht! 


So konnten  Carolin Widmann, Jörg Widmann und András Schiff als gleichberechtigte Partner ganz die Gefühlsräume des Konzertierens ausloten; die leidenschaftliche Klangdramaturgie, das Feuerwerk der  Spielprozesse, der schlüssige Gestaltungsbogen profilierte die wunderbaren Werke vergangener Epochen neu und machen den Abend unvergessen traumhaft.


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